
Ganzkörperplastinat einer im 5. Monat
schwangeren Frau
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Die Besucher dieser Ausstellung erhalten einzigartige Einblicke in den
gesunden wie in den kranken Körper, wie sie bislang nicht einmal
Medizinern auf solch umfassende Weise möglich waren. Zu sehen sind mehr
als 200 echte menschliche Plastinate, sowohl ganze Körper wie einzelne
Organe und transparente Körperscheiben.
Durch das von Gunther von Hagens erfundene und entwickelte Verfahren der
Plastination wird das Wasser der Gewebeflüssigkeit durch spezielle
Kunststoffe ersetzt. Die Zellen und das natürliche Oberflächenrelief
bleiben dabei in ihrer ursprünglichen Form bis in den mikroskopischen
Bereich dauerhaft erhalten. Die Präparate sind trocken und geruchsfrei
und haben eine Festigkeit, die völlig neuartige Gestaltungen erlaubt.
Im Hauptteil zeigt die Ausstellung Plastinate nach Körperfunktionen
geordnet, vom Bewegungsapparat über den Blutkreislauf und das
Nervensystem bis hin zur Entwicklung des Menschen im Mutterleib. Bei jedem
Funktionskreis sind zudem Präparate von Organen und Geweben mit
krankhaften Veränderungen, etwa durch Infarkt oder Krebs, zu sehen.
Ausgewählte Plastinate dürfen berührt werden.
"Die Exponate dieser
Ausstellung faszinieren vor allem durch ihre Echtheit, ähnlich wie
Mumien. Diese aber sind lediglich ausgetrocknete Körperhüllen; die
Organe, die das Leben ausmachen und an deren Versagen wir sterben, sind längst
verwest. Plastinate hingegen machen uns in all ihren Varianten - als
Gestalt- wie auch als Organ- oder Körperscheibenpräparat - die
Verletzlichkeit und die Größe des Menschseins in nie zuvor gekannter
Anschaulichkeit bewusst. Durch sie kann uns die Natur, die in uns wirkt,
gerade in der technisierten Welt eindringlich bewusst werden."
Gunther von Hagens
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